Für alle Altersgruppen

Trau nicht mehr jeder Stimme.

Künstliche Intelligenz kann heute Stimmen klonen und Gesichter in Videos fälschen – täuschend echt, in Sekunden, aus ein paar Schnipseln Material. Damit bekommt der alte Trickbetrug eine neue, gefährliche Dimension. Hier lernst du, worauf es jetzt ankommt.

Drei Sätze für das KI-Zeitalter

Die wichtigste Umstellung im Kopf.

Früher verrieten sich Fälschungen durch Tippfehler oder pixelige Bilder. Das ist vorbei. Diese drei Regeln tragen trotzdem.

Eine vertraute Stimme oder ein bekanntes Gesicht ist kein Beweis mehr.

KI kann beides fälschen. Dass jemand wie deine Tochter klingt oder wie dein Chef aussieht, sagt allein nichts mehr darüber aus, ob es wirklich diese Person ist.

Druck + Geld + Geheimhaltung = Betrug.

Diese Kombination bleibt der rote Faden – egal wie echt die Stimme klingt. „Sofort", „erzähl es niemandem", „überweise jetzt": Spätestens hier stoppen.

Wechsle den Kanal und prüfe selbst.

Auflegen und über die bekannte Nummer zurückrufen. Ein Codewort abfragen. Einen spontanen Videoanruf vorschlagen. Eine echte Person macht das mit – eine KI-Fälschung weicht aus.

Wofür KI-Fälschungen benutzt werden

Sechs Maschen mit künstlicher Intelligenz.

Klick auf eine Karte und erfahre, wie die Masche funktioniert und woran du sie trotzdem erkennst.

Probier es aus

Echt oder KI-Fälschung?

Hier ist eine Situation am Telefon, im Video-Call oder im Feed. Würdest du stutzig? Es passiert nichts – entscheide einfach.

Was steckt dahinter?

Richtig erkannt: 0 von 0
Bei Fotos & Videos

Der Verräter-Check.

KI-Bilder werden immer besser – doch oft patzen sie an denselben Stellen. Tippe auf die Punkte und sieh, worauf du bei einem verdächtigen Foto oder Video achten kannst.

Verräter-Check

Tippe auf einen Punkt

Die Zahlen markieren Stellen, an denen KI-Fälschungen häufig kleine Fehler machen. Wähle einen Punkt, um den Tipp zu sehen.

Wichtig: Diese Anzeichen werden seltener und unzuverlässiger, weil die KI immer besser wird. Ein „sauberes" Bild ist also kein Echtheitsbeweis. Verlass dich nie nur auf den Augenschein – im Zweifel zählt: Quelle prüfen und Kanal wechseln.
Die wirksamste Maßnahme

Euer Familien-Codewort.

Gegen geklonte Stimmen hilft ein simpler Trick besser als jede Technik: ein geheimes Wort, das nur ihr kennt. Eine KI-Fälschung kennt es nicht. Probier es hier aus – nichts wird gespeichert.

Tipp: Nehmt kein Geburtsdatum und keinen Namen aus euren sozialen Medien. Ein zufälliges Bild oder ein Familien-Insider funktioniert am besten.

Unser Notfall-Codewort
– noch nichts eingegeben –
Frag im Ernstfall: „Wie lautet unser Codewort?"
Wer es nicht sofort weiß, ist nicht der, für den er sich ausgibt – egal wie echt die Stimme klingt. Dann: auflegen und selbst zurückrufen.
Mitten im verdächtigen Anruf?

So reagierst du, wenn es ernst wird.

Wenn eine „bekannte" Stimme unter Druck Geld will, hilft ein klarer Ablauf mehr als jedes Bauchgefühl.

1

Nichts zusagen, nichts überweisen

Lass dich nicht drängen. Sag, dass du zurückrufst – und beende das Gespräch. Eine echte Notlage hält das aus.

2

Codewort fragen oder etwas Persönliches

Stell eine Frage, die nur die echte Person beantworten kann. Eine KI-Stimme kennt euer Codewort und eure gemeinsamen Erinnerungen nicht.

3

Kanal wechseln

Ruf die Person selbst unter der gespeicherten Nummer an oder schlag einen Video-Anruf vor. Weigert sich das Gegenüber, ist das ein starkes Warnzeichen.

4

Hast du gezahlt? Sofort handeln

Bank anrufen und Überweisung stoppen lassen (Sperr-Notruf 116 116), Beweise sichern und Anzeige bei der Polizei erstatten. Je schneller, desto eher ist Geld zu retten.

Zum Merken

Sieben Reflexe gegen KI-Täuschung.

Wer diese verinnerlicht, lässt sich von keiner noch so echten Fälschung überrumpeln.

🔑 Codewort vereinbaren

Legt in Familie und Freundeskreis ein geheimes Wort fest. Die einfachste und stärkste Waffe gegen geklonte Stimmen.

📞 Immer zurückrufen

Bei jeder Geldforderung: auflegen und über die bekannte Nummer selbst zurückrufen. Nie die Nummer aus dem Anruf nutzen.

🎥 Kanalwechsel testen

Schlag einen spontanen Video-Anruf vor oder bitte um eine Rückfrage. Wer ausweicht oder es ablehnt, ist verdächtig.

🤫 Weniger Stimme & Gesicht posten

Je weniger Sprachnachrichten und Videos öffentlich sind, desto schwerer wird das Klonen. Profile auf privat stellen.

⏸️ Emotion ist die Bremse

Plötzliche Panik, Verliebtheit oder ein „sicherer" Reichtum sollen dein Urteil ausschalten. Genau dann: innehalten.

💸 Promi-Versprechen ignorieren

Kein echter Promi macht dich per Video schnell reich. Anlage-„Tipps" mit bekannten Gesichtern sind fast immer Deepfake-Betrug.

🔎 Quelle vor Inhalt

Bevor du ein schockierendes Video glaubst oder teilst: Woher stammt es? Berichten seriöse Medien darüber? Sonst: Vorsicht.

Hier gibt es Hilfe

Prüfen, melden, schützen.

Diese Stellen helfen kostenlos – bei Verdacht, bei Fragen oder wenn schon etwas passiert ist.

Notruf Polizei
110
Bei akutem Betrug oder einem Schockanruf. Anzeige oft auch online über die Onlinewache.
Karten-Sperr-Notruf
116 116
Rund um die Uhr: Karte und Online-Banking-Zugang sperren lassen, wenn du gezahlt hast.
Verbraucherzentrale
Beratung
Warnungen & Hilfe zu KI-Betrug: verbraucherzentrale.de
Sicherheit im Netz
BSI
Aktuelle Lage & Tipps zu Deepfakes: bsi.bund.de